Fortbildung für Kindergärtnerinnen in 4 Schritten
Die Grundlagen
Stellen Sie sich die Kindereinrichtung wie einen großen Garten vor. Es blüht und gedeiht. Man muss hacken und säen, gießen und wachsen lassen. Und es gibt auch einige Brachflächen. Keiner kann alles schaffen. Aber alle freuen sich über die Erträgeqnd ab und zu stellen sich Gedanken über das Brachland ein. Könnte da nicht noch etwas anderes wachsen? Ob man mal etwas Neues probiert?
Das Konzept unserer Fortbildung zum Bildungsprogramm des Landes setzt genau dort an. Sein Vorteil liegt in der Verortung der einrichtungs-bezogenen Arbeit mit dem jeweiligen Team. Optimalerweise setzt sich die Fortbildung aus den Mitarbeiterinnen einer maximal zweier Einrichtungen zusammen, um die konkrete Situationen zu erfassen und zu verhandeln. Die Beteiligung der Mitarbeiterinnen und die Einbeziehung ihrer Erfahrungen steht im Mittelpunkt des Konzepts, das auf Stärkung der Persönlichkeit und motivierende Teambildung setzt. Das Grundanliegen ist, Motivation aus dem bisher Geleisteten zu gewinnen und zur Entdeckerfreude für Neues zu kommen.
Jeder Fortbildung geht ein persönliches Vorbereitungsgespräch zwischen Referenten und Kita-Leiterin voraus, um die konkreten Anliegen und Spezifika der jeweiligen Einrichtung zu berücksichtigen.
Der Inhalt
1. Schritt - Standortbestimmung
Zu Beginn der Veranstaltung müssen die unterschiedlichen Positionen und Biographiehintergründe wahrgenommen werden. Dazu helfen methodische Elemente und Austausch im vertrauten Rahmen von Zweiergesprächen. Hier sollen die Personen sensibilisiert werden für ihre persönlichen Motivationen, Begabungen und Grenzen.
Die vorhandenen Schlüsselkompetenzen werden gewürdigt und auf den gegenwärtigen Einsatz bezogen. Wer bin ich und welche Rolle spiele ich hier? Was ist Bildung? Was habe ich zu tun und was wird von mir erwartet?
Dann wird die Frage nach den Ressourcen in der Elternschaft untersucht und Bestand und Möglichkeiten erfasst.
Anschließend richtet sich das Augenmerk durch themenspezifische Fragestellungen auf die Ressourcen der Kita. Was gehört zur Bildung in der Kita? Was machen wir programmatisch schon? Wozu haben wir in unserem Haus gute Vorraussetzungen? Wo gibt es Gesprächsbedarf? Dabei stehen die persönlichen Meinungen und Einschätzungen vor wissenschaftlich definierten Erkenntnissen.
2. Schritt - Weitblick
Jetzt wird der Horizont über das eigene Erleben und die Möglichkeiten der Kita hinaus geweitet. Es geht von der Definition von Erziehung, Bildung und Betreuung über das Bildungsverständnis bis hin zum Bildungsauftrag. Es wird die Entwicklung des Kindes genauso in das Blickfeld gerückt wie die gesellschaftlichen Erwartungen des Bildungskonzepts. Methodisch setzen sich die Fachkräfte mit Thesen auseinander, die die Klärung der Begriffe kritisch begleiten. Am Ende wird der Weg zu einer "Bildungsinszenierung" erarbeitet.
3. Schritt - Werkstatt
Nun geht es darum, die im Bildungsprogramm ausgewählten sechs Bildungsbereiche näher kennen zu lernen. Sie müssen nach ihrer Wirkung und den Möglichkeiten ihrer besonderen Einbeziehung in die gegenwärtige Arbeit geprüft werden. Danach sind Auswirkungen auf den Alltagsablauf, die Konzeption, die Qualifikation der Mitarbeiterinnen und die räumliche Gestaltung zu ermitteln. Daraus erwächst die Notwendigkeit eines langfristigen Aktionsplans, der gemeinsam mit den Eltern und Kindern umgesetzt werden kann.
4. Schritt - Planung
Im letzten Schritt werden Pläne entwickelt und Verabredungen getroffen, die in einer Zieldefinition im Team münden. Das ermöglicht den Mitarbeiterinnen, selbst Prozesse zu gestalten und eine hohe Identifikation mit dem Anliegen der Einrichtung zu erreichen. Außerdem werden weiterführende Bedarfe an Fortbildung ermittelt z.B. für Praxisworkshops zu speziellen Bestandteilen des Bildungsprogramms.
Fortführung
Die folgenden Praxisworkshops sind für die Dauer von 3 Stunden konzipiert, damit gegebenenfalls 2 an einem Tag besucht werden können. Hier eine Auswahl:
1. Körper, Bewegung, Gesundheit
Ziele: Stärke und Schwäche erleben, Sinneswahrnehmung, Bewegung anregen, Ernährung Inhalte: Spielketten, Projekt "Tag der Sinne", Traumreisen, Mädchen-Junge-Gegensätze
2. Kommunikation, Sprache, Schriftkultur
Ziele: Informationen aufnehmen, verarbeiten + umsetzen, Symbolik, Bedürfnisse ausdrücken Inhalte: Projekt: "Wie geht es dir?" und "Rätsel, Forscher, Detektive", Spiele für den Alltag
3. (Inter)kulturelle u. soziale Grunderfahrungen
Ziele: Gemeinschaft und Zusammenhalt erleben, gleich und verschieden, Konflikte lösen Inhalte: Projekt: "Tag der Kulturen", "Afrika oder warum sind Menschen schwarz", Streiten lernen
4. Ästhetik und Kreativität
Ziele: Erfahrungen mit Farben und Formen, sich wahrnehmen und Ausdruck verleihen, Phantasie und Kreativität entwickeln
Inhalte: Projekt: Im Land der Farben", Spiele und Übungen für den Alltag
5. Mathematische Grunderfahrungen
Ziele: Formen und Ordnungen entdecken, Lernen lernen durch eigene Entdeckungen Inhalte: Projekt: "Laut, leise, kurz, lang", Mengen erleben, Formen und Muster gestalten
6. Welterkundung und Naturwissenschaft
Ziele: Neugier wecken, Wissen erwerben Inhalte: Projekt: "Feuer, Wasser, Erde, Luft", "In der Wetterküche", "Walddetektive"
7. Weiterführende Fortbildung (Workshops)